In der schillernden Welt der Kommunikation, wo Lügen wie Konfetti durch die Luft fliegen, erleben wir ein faszinierendes, aber auch beunruhigendes Phänomen: die schamlose Umkehrung von Tatsachen. Hier wird nicht nur mit Worten jongliert, sondern die Realität wird regelrecht auf den Kopf gestellt. Täter werden zu Opfern, und die Wahrheit wird zur Illusion – eine bunte Show, inszeniert von denen, die sich anmaßen, die Fäden zu ziehen.
In diesem Theater der Manipulation wird das Publikum, ob in der Politik oder in den sozialen Medien, in eine emotionale Achterbahnfahrt gezwungen, während die Akteure ihre eigene Narration über das Geschehen kreieren. Es ist das perfide Spiel der „argumentativen Verkehrung der Tatsachen ins Gegenteil“, bei dem es darum geht, wer die nützlichsten Geschichten erzählt – unabhängig von der Wahrheit.
Wer die Unwahrheit sagt, verletzt die Qualität einer Aussage. Wenn die Maximen einer Aussage – die Qualität, der Kontext, die Funktion und die Quantität – verletzt werden, kann die betreffende Aussage nicht mehr als gültig oder wahr angesehen werden. Insofern gilt jede vorherige oder nachfolgende Aussage nicht als wahr, wenn zu irgendeinem bestimmten Zeitpunkt die Integrität dieser Kriterien in Frage gestellt wird.
Was sagt die Neuropsychologie?
Neuropsychologisch gesehen erleben jene Manipulatoren einen regelrechten Rausch, wenn Neurotransmitter ihr Gehirn fluten und sie sich als Herrscher ihrer eigenen Realität fühlen. Das Gefühl der Allmacht, die Überzeugung, die Welt nach eigenem Gusto zu gestalten, wird zur Droge, die sie in einen narzisstischen Taumel versetzt. Sie verlieren sich in der Selbstüberhöhung, um sich erfolgreich zu spüren und das durchgehende Gefühl von Wut und Frustration, das ihre Stimmung trübt, aufzulockern. Ein perverses psychisches Funktionsniveau, das in dieser toxischen Mischung aus Macht und Wahn dazu führt, dass die Wahrheit nichts weiter ist als ein Spielball, der nach Belieben geworfen wird.
Ein besonders groteskes Beispiel für diese Dynamik ist Donald Trumps jüngste Äußerung, in der er Selenskyj und die NATO als potenzielle Auslöser des Ukraine-Kriegs ins Visier nimmt. Diese Aussagen verdeutlichen, dass Trump den traditionellen amerikanischen NATO-Verbündeten und Freunden in den Rücken fällt, während er die Narrative der Manipulation geschickt zu seinen Gunsten nutzt. Hier stellt sich die Frage, ob diese Rhetorik nicht nur der eigenen Agenda dient, sondern auch das Vertrauen in die Diplomatie und die internationalen Beziehungen untergräbt. In der Komplexität dieser Argumentation wird es zunehmend schwierig, die tatsächlichen Motive und die Realität hinter den Aussagen zu erkennen. Bei Trump bekommt man genau das, was man sieht – oder schlimmer.
Aufmerksam beobachten!
Umso wichtiger ist es, dass wir als aufmerksame Beobachter, die keine Vogel-Strauß-Strategie fahren, die Entwicklungen genau im Blick behalten und täglich neu bewerten, was sich abspielt. Es gilt, die Informationen kritisch zu hinterfragen, ohne uns in Verschwörungstheorien oder verwirrenden Annahmen zu verlieren.
Man könnte nun hoffen, dass Trump ein cleverer Geschäftsmann ist, der seine Gegenspieler einbinden kann, um am Ende das Bestmögliche herauszuholen und sich dabei unkonventionelle Mittel aussucht. Doch während ich das so formuliere, wird klar, wie viel dagegen spricht, dass es so ist. Ein Blick in die Geschichte sagt etwas anderes. Putins Spiel zu spielen bedeutet einerseits, gesichtswahrend zu agieren, aber nicht jene zu verraten, die auf einen bauen. Das macht man nur unter Ganoven.
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